SharePointJungs in Las Vegas – Die Sessions am Dienstag

Vortag Nummer 1 am Dienstag war "Update on InfoPath and SharePoint Forms". Ein Vortrag, der viele interessiert. Der Raum ist verhältnismäßig groß, das zeigt schon das Interesse am Thema. 

Microsoft hat verhältnismäßig früh angekündigt, dass InfoPath abgekündigt wird. Dies war ihnen wichtig, um die Roadmap in Bezug auf Forms transparent zu machen. Während des gesamten Vortrages wird immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig das Benutzerfeedback ist. Microsoft möchte die Anwender von Anfang an in den Entwicklungsprozess einbeziehen. 

Im Vortrag wurden verschiedene Alternativen in verschiedenen Entwicklungsstadien vorgestellt: 

Excel Surveys: 

Sind bereits jetzt verfügbar. Hiermit ist es möglich, Umfragen in Excel zu erstellen. Die Antworten werden innerhalb eines Excel Sheets gespeichert. 

SharePoint Forms for Lists: 

Hierzu haben wir eine frühe Demo gesehen. In 3-6 Monaten werden die SharePoint Forms in Office Online verfügbar sein. On Premise erst in der nächsten Version (also irgendwann in 2015). 

Die Forms lassen sich über den Webbrowser designen und eignen sich besonders für einzelne Listenformulare. Funktionen wie Cascading Dropdowns oder Mobilunterstützung wird es später geben. 

Word: 

Hier ist eigentlich noch gar nichts bekannt. Die Vorteile von Word liegen jedoch auf der Hand: Gut strukturiert, offline verfügbar und druckbar. Was das Word Team noch liefern wird, soll bis zum Ende dieses Jahres bekannt gegeben werden. 

Access Applications: 

Access rückt immer mehr in den Fokus. Mit Access können komplette Anwendungen für SharePoint designed werden, das umfasst eben auch die Formulare. Der Einsatz von Access eignet sich besonders bei relationalen Daten. Diese werden dann nicht im SharePoint sondern in einer SQL Datenbank abgelegt. 

Es wird später also nicht "die" Formslösung geben, sondern ein Portfolio von Tools aus denen man entsprechend des Einsatzwecks auswählt. 

3rd Party Produkte sind auch vorgestellt worden: K2, Nintex und 2 deren Namen ich mir nicht gemerkt habe. 

 

Session 2 an diesem Tag war "OneDrive for Business extensibility: building great apps and solutions". Zwar eine Entwicklersession, aber es ist ja oftmals auch an uns Teckies gemeinsam mit den Entwicklern die richten Technologien für die Projekte auszuwählen. 

Zunächst gibt es eine Überblick über OneDrive for Business: 25 GB Storage für jeden User in einer eigenen Sitecollection. 

Die Entwicklung kann nicht einfach gegen eine normale OneDrive Bibliothek ausgeführt werden. Dazu sind noch einige Anpassungen per PowerShell oder ein Entwickleraccount notwendig. Wichtig für Entwickler ist zu beachten, dass die Dokumentbibliothek in OneDrive vom Template 700 ist und nicht wie normal 101. 

In der Session wurden die APIs angesprochen (z.B. die Client API mit der List.GetChanges Methode) und es gab eine Demo zu Custom Actions im Kontextmenu. 

Rob Howard hat einiges zur Authentifizierung gezeigt, wie man z.B. Berechtigungen auf App Ebene vergeben kann oder dass man über den neuen Discovery Service Informationen zum Benutzer (z.B. welcher Account Typ) und seinen Anwendungen (Welche Anwendungen sind für ihn freigeschaltet, unter welcher URL ist z.B. sein Outlook Online) erhalten kann. 

Ein Thema, das hier eigentlich überall präsent ist, ist die REST API. Ziemlich cool und mächtig. Da muss ich ehrlich gestehen, dass ich diese bisher absolut unterschätzt habe. 

Rob hat abschliessend noch einige Infos zum provisioning von OneDrive Site gegeben. Im Regelfall werden die OneDrive for Business Seiten wie eine normale MySite angelegt: wenn der Benutzer diese zum ersten mal öffnet. 

 

Nach dem Essen ging es dann weiter "Search-driven publishing for Intranet Portals in SharePoint Online". In dieser Session gab es viele Infos rund um das Content Search Webpart. Ein Feature, das ausnahmsweise zuerst OnPremise ausgeliefert wurde und erst seit Oktober 2013 in Office 365 (und das bisher auch nur eingeschränkt) zur Verfügung steht. 

Ein definitiv cooles Webpart, zu dem es aber bereits auf der SPC12 viele Infos gab und ich glaube, dass ich da auch schon einen entsprechenden Vortrag von Alex Pope und Helge Grenager Solheim gesehen habe. 

Trotzdem war es nochmal hilfreich die Funktionen des CSWP zu sehen, z.B. wie die Trennung von Inhalt (Query Builder) und Anzeige (Display Templates) abläuft. 

Die Roadmap zeigt zwar auf, dass OnPremise immer noch mehr Funktionen bietet als Online, aber die beiden Herren machen trotzdem viel Werbung für Office 365. 

Group Cache, eine neue Funktion im CSWP wurde vorgestellt. Darüber lässt sich ein Gruppencache einrichten, was effektiver ist als ein Cache pro Benutzer. Am besten wird dieses Feature in Bereichen eingesetzt, die von vielen Benutzern eingesehen werden können. Zum Beispiel auf der Intranet Startseite. Konfiguriert wird das Caching pro CSWP. 

Zum Abschluss wurde dann noch der Vergleich zum Content Query Webpart gezogen. Das sollte nur eingesetzt werden, wenn man weniger als 5000 Items abfragt, die nur aus einer einzigen Liste stammen und wenn die Ergebnisse möglichst frisch sein sollen. Im Gegensatz zum Suchindex wird die Abfrage im CQWP online ausgeführt. 

 

Vortrag 4 des Tages war sehr technisch. Genau deshalb habe ich mir den Vortrag von Bill Bear ausgesucht, er wurde in der Session "SharePoint storage architecture, 2001-present inside and out" von Chris Givens begleitet. 

Zunächst wurden die verschiedenen Arten der Inhalte klassifiziert: Strukturierte Daten (Listendaten) und unstrukturierte Daten (Dokumente), die 80% des Speichers ausmachen. 

Es gab einige Infos zur Evolution des Speichers vom Web Storage in 2001, über SQL Storage in 2003, EBS in 2007 und RBS 2010 bis hin zum Shredded Storage in 2013 inkl. des neues "Fort Knox" Feature in SharePoint Online. 

Über Fort Knox werden die einzelnen Shreds verschlüsselt auf verschiedene Server der Farm verteilt, wobei der Verschlüsselungskey wieder ganz woanders abgelegt wird. Man kann also davon ausgehen, dass die Files schon ziemlich sicher abgelegt werden. 

Es gab weiterhin viel Theorie rund um Shredded Storage, die FileWriteChunksize und die FileReadChunksize. Folgendes ist dabei aber besonders wichtig: 

    • Finger Weg von den Defaulteinstellungen, wenn man nicht weiss, was man macht 
    • wenn die Größe auf 2 GB eingestellt wird, ist Shredded Storage nicht deaktiviert 
    • die Größe sollte bei RBS irgendwo zwischen 1 MB und 4 MB liegen (in OneDrive ist die Größe auf 2 MB gesetzt) 
    • die Größe sollte 4 MB nie übersteigen und 64KB nicht unterschreiten 

Für Performancestests gibt es das "Shredded Storage Testing Framework" auf Codeplex. 

 

Den Abschluss dieses langen Tages macht für mich die Session "Building a Modern Portal in 75 Minutes!". Mann, da ging die Party ab. Zitat: "This is not the last Session before the Party, this is the first Session of the Party".  

Bevor es richtig los ging, wurden zuerst mal 2 grosse Bälle durchs Publikum geworfen. Zwischendurch gab es immer wieder T-Shirts zu gewinnen, die wurden nicht einfach übergeben sondern mit einer Luftdruckkanone durchs Publikum geschossen. Awesome! Während des Spaktakels wurden auf den Leinwänden Websites von z.B. Apple oder AOL aus dem Jahre 1996 gezeigt.  

So lustig das auch war, die Präsentation durch einen Moderator und 5 weitere Leute, die jeweils verschiedene Rollen einnahmen, war doch etwas zu viel. Lustig war’s auf jeden Fall.  

Ach ja, und das wurde präsentiert: Es ging darum, ein altbackenes Intranet aufzupeppen. Auch die Anforderungen an ein Intranet sind hoch, es soll nicht nur Informationen darstellen, sondern diese auch ansprechend präsentieren, das ganze natürlich auch auf mobilen Geräten. 

Grundlage für das neue Intranet war das Content Search Webpart, das Inhalte aus verschiedenen Quellen (Intranet, Azure Videopoprtal) in unterschiedlichen Formen (z.B.  Gallerie der Videos mit Preview) angezeigt hat. 

Ausserdem hat das Präsentationsteam darauf hingewiesen, dass es viele 3rd Party Libraries, Apps und Frameworks gibt, die bei der Erstellung der Websites unterstützen. Vor dem Einsatz der Frameworks sollte man nicht zurückschrecken, denn die Entwicklungszeit wird hierdurch drastisch verringert. 

Den Ansatz die Yammer App für SharePoint fuer Kommentare zu verwenden, indem die App ins Page Layout eingefügt wird, fand ich sehr gut. 

Wie in vielen Vorträgen, wurde auch hier wieder betont, wie wichtig es ist den angemeldeten Benutzer in den Fokus zu setzen. 

Insgesamt ein runder Vortrag zum Abschluss eines sehr anstrengenden und superinteressanten Tages.

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